Von Papst Gurken und Präservativen
(Papst Benedict auf seiner Afrikareise; 19.03.2009)
Wer kennt sie nicht, die Kondomwerbung in Deutschland, die an jeder Plakatwand prangt. Möhren, Rettich und Gurken im Verbund gegen AIDS.
Nein, niemand kann sagen, dass die Deutschen prüde, einfallslos, ernst, unterkühlt, langweilig oder humorlos sind und erst Recht nicht ein ganz besonderer Deutscher, dieser Benedict.
Erst die Rehabilitierung eines Holocaustleugners – an dem 11 Gebot wird noch gearbeitet – dann die Ernennung eines konservativen Pfarrers zum Weihbischof – wie konnte er es wagen – und jetzt provoziert er auch noch einen Gurkenaufstand mit seiner Aussage: Dass sich das Aids-Problem in Afrika mit Kondomen nicht lösen lasse, im Gegenteil, es vergrößert das Problem.
Prompt schickte Spanien eine Million Kondome nach Afrika. Von der ellenlangen Liste der wieder Empörten sei nur Rebecca Hodes von der südafrikanischen Organisation Treatment Action Campaign erwähnt: „Der Papst sollte besser die Verbreitung von Kondomen fördern und den Menschen ihre Verwendung beibringen.“ Ob sie nicht weiß, dass der Papst 81 Jahre alt ist und im Zölibat lebt?
Einheit und Einigkeit innerhalb der katholischen Kirche demonstrierte schließlich der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke: „Wer Aids hat und sexuell aktiv ist, wer wechselnde Partnerschaften sucht, muss andere und sich selber schützen … Kein Tabu beim Thema Kondom, aber auch keine Mythen und Verharmlosungen, als sei damit die Welt in Ordnung.“
Während nach all den künstlichen Skandalen eine elitäre Minderheit nun darauf hofft, dass Papst Benedict allein, ausgegrenzt und wie ein Aussätziger im Vatikan hause, provoziert Benedict sie nochmals: „Der Mythos um meine Einsamkeit bringt mich zum Lachen.“
Mit freundlichen Grüßen
Markus Diaz
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