Donnerstag, 19. März 2009

Von Papst Gurken und Präservativen

Von Papst Gurken und Präservativen
(Papst Benedict auf seiner Afrikareise; 19.03.2009)

Wer kennt sie nicht, die Kondomwerbung in Deutschland, die an jeder Plakatwand prangt. Möhren, Rettich und Gurken im Verbund gegen AIDS.

Nein, niemand kann sagen, dass die Deutschen prüde, einfallslos, ernst, unterkühlt, langweilig oder humorlos sind und erst Recht nicht ein ganz besonderer Deutscher, dieser Benedict.

Erst die Rehabilitierung eines Holocaustleugners – an dem 11 Gebot wird noch gearbeitet – dann die Ernennung eines konservativen Pfarrers zum Weihbischof – wie konnte er es wagen – und jetzt provoziert er auch noch einen Gurkenaufstand mit seiner Aussage: Dass sich das Aids-Problem in Afrika mit Kondomen nicht lösen lasse, im Gegenteil, es vergrößert das Problem.

Prompt schickte Spanien eine Million Kondome nach Afrika. Von der ellenlangen Liste der wieder Empörten sei nur Rebecca Hodes von der südafrikanischen Organisation Treatment Action Campaign erwähnt: „Der Papst sollte besser die Verbreitung von Kondomen fördern und den Menschen ihre Verwendung beibringen.“ Ob sie nicht weiß, dass der Papst 81 Jahre alt ist und im Zölibat lebt?

Einheit und Einigkeit innerhalb der katholischen Kirche demonstrierte schließlich der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke: „Wer Aids hat und sexuell aktiv ist, wer wechselnde Partnerschaften sucht, muss andere und sich selber schützen … Kein Tabu beim Thema Kondom, aber auch keine Mythen und Verharmlosungen, als sei damit die Welt in Ordnung.“

Während nach all den künstlichen Skandalen eine elitäre Minderheit nun darauf hofft, dass Papst Benedict allein, ausgegrenzt und wie ein Aussätziger im Vatikan hause, provoziert Benedict sie nochmals: „Der Mythos um meine Einsamkeit bringt mich zum Lachen.“

Mit freundlichen Grüßen

Markus Diaz

http://kirchewelt.blogspot.com/

Sonntag, 15. März 2009

Vom Glaube an Absurditäten

Ad absurdum

06. März 2009, 08:39 http://www.kath.net/detail.php?id=22299

Schönborn: Idee der Erschaffung fertiger einzelner Wesen ist absurd

Kardinal Schönborn bei Vortrag in Wien zum Charles-Darwin-Jahr: Kreationistische Thesen von einer Erschaffung der Welt in sechs 24-Stunden-Tagen sind absurd.

„Nein, die Idee der Erschaffung fertiger einzelner Wesen oder Arten ist absurd. Sie ist so unhaltbar wie die kreationistischen Thesen von einer Erschaffung der Welt in sechs 24-Stunden-Tagen, wie die pseudowissenschaftlichen Spekulationen über eine „junge" Erde, über eine historische Deutung der Sintflut, etc.“

Es ist absurd zu Glauben, dass ein Schöpfer, der das Attribut der Vollkommenheit und Unfehlbarkeit trägt, erst Millionen von Zwischenarten erschaffen muss, um endlich eine fertige Kreatur uns zu hinterlassen.

Es ist absurd zu Glauben, dass er dafür Milliarden von Jahren braucht und dieses nicht an einem Tag schaffen könnte.

Es ist absurd zu Glauben, dass dieser Schöpfer bei der Schöpfung etwas dem Zufall überlassen hat.

Es ist absurd zu Glauben, dass sich auch nur die geringste Form von Leben selbstständig ohne Wirkung dieses Schöpfers entwickelt haben könnte.

Es ist absurd zu Glauben, unbelebte Materie besäße Intelligenz und die Fähigkeit der Selbstorganisation und Selbststrukturierung.

Es ist absurd zu Glauben, dass sich die Lehre von der Evolution mit der Schöpfung durch einen Schöpfer in Einklang bringen ließe.

Es ist absurd zu Glauben, dass Brot vom Himmel regnen könnte oder ein Mensch drei Tage im Bauch eines Wales überleben könnte.

Es ist absurd zu Glauben, dass drei Männer in einem 2000 Grad heißen Ofen nicht verbrennen.

Aber am absurdesten, all dieser Absurditäten, ist es zu Glauben, dass ein Mensch nach drei Tagen von den Toten wiederauferstehen kann. Nicht erstanden ist er, was man als entstanden deuten könnte, denn Gerüchte sind bekanntlich auch entstanden oder erstanden, nein, sondern „auferstanden“ ist er.

Das gesamte Christentum und die christliche Glaubenslehre wird also zur Absurdität: Sie wird „ad absurdum“ geführt, wo kein Glaube herrscht.

Servus und ein vergelts Gott nach Österreich und Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen


Markus Diaz
Bochum

Aussätzige und Exkommunizierte

Aussätzige und Exkommunizierte

Können Sie sich noch an die Sonntagspredigt vom 15.02.09 erinnern: Predigt zum Evangelium nach Mk 1,40-45 http://predigtgarten.blogspot.com/2009/02/6-sonntag-im-jahreskreis-b-15022009.html

Es ging um einen Aussätzigen der zu Jesus kam. Aussätzige waren zu allen Zeiten eine Minderheit. Warum? Weil man sie rechtzeitig von der Gemeinschaft isolierte. Hätte man es nicht getan, so wäre man Gefahr gelaufen, dass mit dem Aussatz die ganze Gemeinschaft infiziert würde.

„Kam es trotzdem zu einem näheren Sichtkontakt, musste der Kranke laut schreien: ‚Unrein, unrein!’ – Falls ein Aussätziger es damals wagte, näher als etwa zehn Schritte auf einen zuzukommen, durfte man mit Steinen nach ihm werfen.“

Was aber geschieht, wenn man Unreine nicht ausstößt und das über mehrere Jahrzehnte? Dann würden wir nach 40 Jahren einen Leib bzw. eine Gemeinschaft haben, die voller Aussatz wäre. Sprungbereite Aussätzige, die in jedem Gesunden einen Aussätzigen sehen, weil der Aussatz zur Normalität, die Reinheit zum Aussatz geworden ist. Priester, die selbst Aussätzig sind und nicht mehr zwischen rein und unrein differenzieren können, denn der Priester gilt als rein und somit gilt der Aussatz als rein. Feindselige Aussätzige, die jeden anfallen der nicht aussätzig ist. Aussatz ist vergleichbar mit einer Seuche.

„Sie erinnern sich bestimmt noch an die Rinderseuche BSE, an die Vogelgrippe und andere schockierende Lebensmittel-Skandale. Sofort reagieren die Verbraucher und meiden die entsprechenden Produkte.“

Oder die entsprechende Gemeinschaft, was sich an der Mitgliederzahl deutlich bemerkbar macht.

„Wer Aussatz hatte, war also von den anderen exkommuniziert und vermeintlich auch in den Augen Gottes. So jemand lebte dahin ohne jede Hoffnung, von Eitergeschwüren stinkend und voller Schmerzen in Leib und Seele.“

Es muss sich die Frage Stellen, wer sind die Anderen und kann ich mich durch Glaube oder Unglaube ebenfalls exkommunizieren, aus der Gemeinschaft Christi ausschließen und trotzdem Mitglied der Kirche sein?

Es gab einen Hohepriester der zu Jerusalem weilte und über alle Priester stand. In unserem Beispiel ist dieser nun Jesus von Nazareth, der seine Kirche auf einen Fels gegründet hat. Dieser Jesus hat den Dialog mit dem Aussätzigen nicht verweigert, mehr noch, er berührt ihn und er hatte auch Umgang mit den Sündern, aß und trank mit ihnen und antwortete den Schriftgelehrten und Pharisäern, die sich selbst für gerecht hielten: „Wahrlich ich sage euch, die Zöllner und Huren werden eher ins Reich Gottes kommen als ihr.“


Mit freundlichen Grüßen

Markus Diaz

Bochum